Lieferantenkredit




Ist ein Lieferantenkredit sinnvoll?


Der Lieferantenkredit ist einer der wichtigsten und häufigsten Kredite im Bereich der meisten Unternehmen. Der Lieferant verkauft Waren oder Dienstleistungen an ein Unternehmen oder einen Geschäftskunden. Da die Rechnungen meist nicht sofort, sondern erst einige Tage oder Wochen später bezahlt werden, gewährt der Lieferant sozusagen einen Kredit. Doch lohnt sich dieser Lieferantenkredit aus Sicht des Unternehmens überhaupt?

Grundsätzlich kann der Geschäftspartner die Waren bereits voll nutzen, auch wenn diese noch nicht bezahlt sind. Das heißt, man kann mit diesen schon einen eigenen Umsatz erzielen, aus dem heraus dann wiederum die Rechnung des Lieferanten bezahlt werden kann. Bis zur vollständigen Bezahlung der Rechnungen behält sich der Lieferant jedoch das Eigentum an der Ware vor, kann diese also jederzeit zurück verlangen. Dabei unterscheidet man den sogenannten Eigentumsvorbehalt und den erweiterten Eigentumsvorbehalt.





Da viele Lieferanten auch einen Preisnachlass in Form von Skonto bei sofortiger Bezahlung gewähren, sollte vorab einmal überschlagen werden, wie hoch der Zinsaufwand für die spätere Zahlung der Rechnung wäre. Das Skonto ist im Verkaufspreis bereits enthalten. Oft ergeben sich Zinssätze für den Lieferantenkredit von mehr als 30 Prozent pro Jahr. Deshalb lohnt es sich, das Zahlungsziel nicht allzu weit auszureizen, sondern lieber das Skonto in Anspruch zu nehmen, welches wiederum über den Kontokorrentkredit finanziert werden kann.


Man unterscheidet beim Lieferantenkredit weiterhin zwischen dem freiwilligen und dem unfreiwilligen Lieferantenkredit. Bei ersterem erfolgt die Zahlung seitens des Kunden innerhalb der festgelegten Zahlungsfrist, allerdings erst nach Ablauf der Skontofrist. Bei einem unfreiwilligen Lieferantenkredit zahlt der Kunde erst nach Ablauf der Zahlungsfrist, die der Lieferant einräumt.