Millionen für Bankmanager





Geplante Ausschüttungen für Bankmanager sorgen für Empörung



Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) erhielt milliardenschwere Hilfen vom Bund und die Commerzbank nahm staatliche Hilfe in Anspruch, um die Übernahme der Dresdner Bank durchhalten zu können. Trotz ihrer Milliardenverluste und der benötigten Hilfen vom Staat wollen die Bankmanager jedoch auf ihre üblichen Millionen-Boni auch für das Finanzkrisen-Jahr 2008 nicht verzichten!


Die Mitarbeiter der Investmentbank Dresdner Kleinwort wollen zum Beispiel nicht auf den vereinbarten Boni im Gesamtvolumen von rund 400 Millionen Euro verzichten. Auch der Chef der Hypo Real Estate, Axel Wieandt, will seinen Mitarbeitern weiter Boni zahlen.


Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Clemens Börsig, verteidigte die Bonus-Zahlungen: „Niemand wird bei uns dafür belohnt, das er uns eine Krise eingebrockt hat. Es ist nicht so, dass die Banken mit dem höchsten Boni auch die größten Verluste erwirtschaftet hätten und umgekehrt.“
Bei der Bundesregierung stößt eine mögliche Ausschüttung von Millionen-Boni an Bankmanager auf Empörung! Die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte gegenüber dem Magazin „Der Spiegel“: „Es ist unverständlich, dass Banken, denen der Staat unter die Arme greift, in vielen Fällen gleichzeitig riesige Bonus-Summen auszahlen. Das Bonussystem müsse international klarer an den wirklich nachhaltigen Erfolg der Banken gekoppelt werden.“ Beim Weltfinanzgipfel der G20-Staaten, werde dies Anfang April in London auch ein wichtiges Thema sein.





Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte auf einem Landesparteitag in Zerbst (Sachsen-Anhalt) dazu, „dass es nicht sein könne, dass Unternehmen, die vom Staat Hilfe bekommen, ihren Vorständen weiterhin üppige Tantiemen und ihren Aktionären hohe Dividenden auszahlen wollten. Das werden wir nicht länger hinnehmen.“ Die SPD werde bis Anfang März Vorschläge vorlegen, um solche hohen Zahlungen zu unterbinden. Es seien dazu unter anderem eine realistische Vergütung für Manager und mehr Haftung nötig.


In diesem Zusammenhang verwies Regierungssprecher Ulrich Wilhelm auf das Finanzmarkt-Stabilisierungsgesetz in Deutschland. Hiermit schuf die Bundesregierung bereits die Voraussetzungen, dass Banken, die Staatshilfe in Anspruch nehmen, ihre Bonussysteme überarbeiten müssen.